
Bildungsherz der Stadt schlägt im neuen Gebäude
Die neue Friedrich-List-Schule ist weit mehr als ein moderner Bau: Sie ist eine beeindruckende Bildungsinstitution mitten in Ulm, die seit Jahrzehnten das berufliche Leben vieler Generationen prägt. Mit ihrer zentralen Lage ist sie ein fester Bestandteil der Stadtgesellschaft – ein „Bildungsherz“ im Zentrum Ulms – so Oberbürgermeister Martin Ansbacher.
Begeisterung bei der Einweihungsfeier
Die Freude über die Einweihung war allen anzusehen: Oberbürgermeister Martin Ansbacher, Baubürgermeister Tim von Winning, Kulturbürgermeisterin Iris Mann, die Leiterin des zentralen Gebäudemanagements Mia Jeremic, Schulleiter OStD Markus Pfeil, Lehrkräfte, Eltern und vor allem die Schülerinnen und Schüler feierten gemeinsam diesen besonderen Tag am Freitag, den 19. September 2025.
Der Vormittag war von einem lebendigen Schulfest geprägt. Nach der Ansprache von Schulleiter Markus Pfeil stärkten sich alle beim gemeinsamen Schulfrühstück auf dem Schulhof am Kornhausplatz, ehe es in einem festlichen Spaziergang zum Münsterplatz ging. Dort stellten sich die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften zu den Buchstaben F-L-S auf – ein starkes Bild für eine Schulgemeinschaft, die nach Jahren der Übergangslösungen wieder an einem Standort vereint ist. Anschließend folgte ein Programm unter dem Motto „WE-R-FLS“, das verdeutlichte: Jeder und jede ist Teil dieser Schule.
Um 12:45 Uhr endete der schulische Teil mit einer gemeinsamen Versammlung im Schulhof. In seiner Schlussrede betonte Schulleiter Markus Pfeil noch einmal, wie sehr die Gemeinschaft im neuen Gebäude im Mittelpunkt steht.
Am Abend wurde die neu sanierte Schule auch von Seiten der Stadt gefeiert und gewürdigt.
Ansprache des Oberbürgermeisters
In seiner Rede erinnerte Oberbürgermeister Ansbacher an die lange Geschichte der Friedrich-List-Schule. Seit den 1950er-Jahren sei sie mitten in der Stadt zu Hause, habe Generationen ins Berufsleben begleitet und sei „eine Schlüsselinstitution und Motor unserer Wirtschaft“. Ulms Ausbildungsbetriebe profitierten seit Jahrzehnten von den hier vermittelten Kompetenzen.
Die Schule sei eine prägende Bildungsinstitution, die Fairness, Chancengleichheit und individuelle Förderung als Grundpfeiler verankert habe. „Bildung in Ulm ist ein Versprechen an alle“, so Ansbacher. Gerade in Zeiten des Wandels sei Bildung zugleich ein entscheidender Standortfaktor.
Investitionen in die Zukunft
Die Friedrich-List-Schule wurde mehrfach erweitert, saniert und modernisiert. Mit der jüngsten Baumaßnahme ist das bislang größte Projekt realisiert: Eine Investition von über 51 Millionen Euro, davon rund 8 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg, floss in den Neubau. Insgesamt hat die Stadt über die Jahrzehnte mehr als 84,5 Millionen Euro in Erweiterung, Aktualisierung und Sanierung der Schule investiert.
„Es ist die größte Investition in eine städtische Schule“, betonte Baubürgermeister von Winning bei der symbolischen Schlüsselübergabe. Das Projekt sei herausfordernd gewesen, man habe viele Fragen gestellt und bei den Oberflächen bewusst auf Substanz geachtet.
Kulturbürgermeisterin Iris Mann würdigte die Arbeit des Kollegiums und vor allem von der Schulleitung, die zusammen den Planungsprozess begleitet haben. Schulleiter Markus Pfeil bedankte sich für die Moderation des Projekts und das Engagement aller Beteiligten. Ein besonderer Dank galt dem Gemeinderat, der die Investitionen möglich gemacht hat – auch Ansbacher selbst hatte seinerzeit als Stadtrat dafür gestimmt.
In seiner Rede betonte der Schulleiter, dass die Friedrich-List-Schule nicht nur in Ulm Anerkennung finde. So seien zahlreiche Gäste von Partnerschulen aus europäischen Ländern für die Einweihung nach Ulm angereist – darunter auch Schülerinnen und Schüler aus Italien. Besonders würdigte er die Arbeit von Mia Jeremic, die die bauliche Umsetzung mit großem Anspruch begleitet habe.
Anschließend stellte er eine Frage an die Schülerschaft: „Was braucht ihr in der Schule?“ Seine Antwort: engagierte Lehrerinnen und Lehrer mit Herz und Seele sowie Räume, die Begegnung ermöglichen – Orte, an denen sich Schülerinnen und Schüler selbstverständlich treffen können.
Er nannte drei Begriffe, die für die Menschen dieser Schule entscheidend seien: Vertrauen, Verantwortung und Freiheit. Vertrauen, das in jedem einzelnen Schritt stecke, „sogar im Einbau eines Fensters“. Verantwortung müsse ebenso übernommen werden – von den Mitgliedern des Gemeinderats bis zu all jenen, die Planung und Bau möglich gemacht haben. Und Freiheit schließlich bedeute, in diesem Land und in dieser Schule mitbestimmen zu können – ein Wert, der gerade heute nicht selbstverständlich sei.
Pfeil erinnerte auch an die Rolle der Schule in herausfordernden Zeiten, wie etwa als die Turnhalle Geflüchteten aus der Ukraine als Unterkunft diente. Seine Botschaft an die Schulgemeinschaft: „Wir sind stolz, Teil dieser Schule zu sein – und wir werden gerne auf diese Zeit zurückschauen.“
Architektur und Räume
Mia Jeremic vom Gebäudemanagement hob hervor, dass die neue Schule Teil der Stadt sei und ein offenes Haus für Schülerinnen und Schüler darstelle. Der Bau biete Multifunktionsräume, Arbeitsbereiche für stille Lernphasen, ein helles Atrium und moderne IT-Infrastruktur. Insgesamt sind 12.000 Quadratmeter neu entstanden – die Schule ist damit zukunftsweisend aufgestellt.
Ein Ort für Gemeinschaft und Zukunft
Für Oberbürgermeister Ansbacher war klar: Dieser Tag gehört vor allem den Schülerinnen und Schülern. „Sie haben hier die besten Voraussetzungen – aber lebendig wird die Schule erst durch Sie: durch Freundschaften, durch Erfolge, durch gemeinsames Lernen.“ Herkunft und Lage dürften nicht über Bildungschancen entscheiden – entscheidend sei die starke Schulgemeinschaft.
Sein Wunsch für die Zukunft: Die Friedrich-List-Schule solle für die kommenden Jahre und Jahrzehnte – nach dem Leitbild der Schule – ein anspruchsvoller, menschlicher und praxisnaher Ort bleiben, an den sich alle gern erinnern.
Mit einem feierlichen „Herzlichen Glückwunsch zur Einweihung“ und der symbolischen Schlüsselübergabe wurde ein neues Kapitel für die Friedrich-List-Schule aufgeschlagen – als Bildungsherz der Stadt Ulm und Motor für die Zukunft.
Autorin: Katharina Blum
Bilder der Einweihungsfeierlichkeiten sowie Einblicke in die neuen Gebäudeteile:





































