Wir, die 1KI1, wollten uns im Schuljahr 2018/2019 für eine gute Sache engagieren. Schnell reifte der Gedanke, eine Spendenaktion durchzuführen. Gestartet haben wir mit der schwierigen Frage, auf wen die Wahl des Spendenempfängers fallen soll. Nach gründlicher Recherche und einer Diskussion im Klassenverband wurde mit einer deutlichen Mehrheit das Hospiz in Ulm ausgewählt.

Wir haben uns in Kleingruppen zusammengefunden, die dann unterschiedlichste Ideen entwickelten, wie man am besten ein Spendenprojekt organisieren könnte. Da unser Vorhaben in der Weihnachtzeit umgesetzt werden sollte, haben sich manche Gruppen dazu entschieden, zum Beispiel Plätzchen und Kuchen zu backen, um diese dann in den Betrieben zu verkaufen. Eine andere Gruppe machte Waffeln für den guten Zweck. Neben Selbstgebackenem gab es aber auch Bastel- und Nähaktionen, bei denen liebevoll und in feinster Handarbeit Dekorationsartikel hergestellt wurden. Andere wiederum schippten Schnee – alles für das Hospiz.

Als wir schlussendlich unsere Spendeneinnahmen zusammenzählten, kamen wir auf eine erstaunliche Summe von 1.800 Euro. Wir hatten den Wunsch, diesen Betrag dem Hospiz persönlich zu überreichen. Deshalb machten wir gemeinsam mit unseren Lehrern Herrn Piller und Frau Wetzel am 23. Juli 2019 dorthin einen Ausflug.

Vorort empfing uns eine Mitarbeiterin des Hospizes sehr herzlich. In einer Eröffnungsrunde wanderte ein Stein von Schüler zu Schüler. Jeder hatte in der Runde dadurch die Möglichkeit, seine Erwartungen, Gefühle und Fragen zu formulieren. Die Mitarbeiterin gab uns einen anschaulichen und bewegenden Einblick in die Arbeit einer solchen Institution. Sie erzählte uns vom stationären Hospiz im 2. Stock. Dort gibt es zehn geräumige und gemütliche Einzelzimmer für die Gäste, die dort eine fürsorgliche Zuwendung und professionelle palliative Versorgung durch Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Ärzte und viele Ehrenamtliche erfahren. Auch Angehörige und Freunde werden während des Aufenthaltes des Gastes sowie über dessen Tod hinaus begleitet.

Neben Trauerbegleitung, Beratung und Unterstützung gibt es auch den Bereich des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes sowie die ambulante Begleitung von Erwachsenen. Die Mitarbeiterin erzählte von verschiedenen, bewegenden Einzelschicksalen, erklärte uns, wie Tagesabläufe in einem Hospiz aussehen können und wofür unsere Spende eingesetzt werden wird. Darüber hinaus bekamen wir die Möglichkeit, auch direkt Fragen zu stellen, welche wir mit großem Interesse nutzten.

Zu guter Letzt bekamen wir noch eine kleine Führung, in der uns ein paar Räumlichkeiten des Hospizes gezeigt wurden.

Für jeden Einzelnen von uns war dieser Besuch eine sehr ergreifende Erfahrung. Wir haben einen Eindruck bekommen, wie es ist, mit der Vergänglichkeit des Lebens tagtäglich konfrontiert zu sein. Jeden Tag mit einem so unangenehmen Thema wie dem Tod umgehen zu müssen, ist sicherlich nicht einfach. Trotzdem wurde uns klar, dass diese Art von Arbeit, die dort geleistet wird, unglaublich wertvoll, wichtig und bereichernd ist.

Am Ende des Besuches war uns allen klar, dass wir mit dem Hospiz Ulm genau den richtigen Spendenempfänger ausgewählt haben.

Herzlichen Dank für diesen nicht ganz einfachen, aber sehr bewegenden Besuch!

1KI1